Kerzenzeit ist immer … Der Weihnachtsmann hat bestimmt kein schönes Leben

„Dem Weihnachtsmann soll es nicht gut gehen … wie meinst du das, Lena … wo er doch so rund und wohlgenährt aussieht. Möchte nicht wissen, welche Portionen er verdrücken kann.“

„Ach der arme Weihnachtsmann, immer unterwegs und dann auf diesem zugigen Schlitten. Der müsste alle Nasen lang erkältet sein, bei dem Wetter letzte Tage. Noch dazu ist er unterwegs, wenn kein Mensch auf der Straße ist.“

„Auf einem Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, gleitet er zwischen den Wolken entlang … Wunder, dass er noch nicht abgestürzt ist.“

„Das Gewicht … hast du schon mal darüber nachgedacht, wieviele Kilos er täglich schleppen muss? Da kann der Paketdienst nicht mithalten, der immer unten auf der Straße anhält und bestellte Sachen ausliefert.“

„… naja, einen Vorteil hat der Weihnachtsmann, er kennt keine Parkprobleme. Jedenfalls hat die Zeitung noch nie darüber berichtet.“

Langsam beginnt Erna den Weihnachtsmann aus Lenas Sicht zu begreifen. Lena sitzt täglich im Bus und erlebt, was auf der Straße los ist, während in Ernas Ohren die Schlittenglöckchen bimmeln, wenn sie an den Weihnachtsmann denkt.

Verkehrsampeln und enge Sackgassen, dass der Weihnachtsmann damit zu kämpfen haben könnte, wer denkt schon an so etwas.

Lena scheint ihre Gedanken zu erraten.

„… kann sein, dass der Weihnachtsmann sich modernisiert hat. Nicht sich selbst, da ist er der alte mit dem Rauschebart geblieben, seinen Schlitten hat er auf den neuesten Stand gebracht, um die Päckchen ruckizucki auszuliefern. Vom Schlitten sind sicherlich auch einige Pakete in den Matsch gefallen, weil eine Wolke geplatzt ist. Beschädigte Pakete will niemand haben, auch nicht vom Weihnachtsmann …“

Dass dem Weihnachtsmann Geschenke in den Dreck fallen könnten, so etwas hat es in Ernas Vorstellung noch nie gegeben. Für sie war immer alles glanzvoll und voller freudiger Überraschung. Ob ein Päckchen groß oder klein war, spielte keine Rolle. Es wurde liebevoll geöffnet. Sogar das Papier wurde glatt gestrichen und mit dem Schleifenband zur Seite gelegt. Ihr wäre es nicht im Traum eingefallen, das schöne bunte Einpackpapier zu zerreißen.

„… Weihnachten heutzutage, ach Lena …“

„…’ne ganze Menge hat sich verändert. Es gibt bestimmt tausend und abertausend Weihnachtsmänner in den Geschäften, die die Arbeit machen und sie sind froh, wenn der ganze Rummel vorbei ist … ach ja. Alle wollen verkaufen … wer soll das alles kaufen …“

„Früher hat man dem Briefträger und der Müllabfuhr zu Weihnachten gedankt, macht man das heute bei den Paketdiensten auch?“ Erna weiß, wie schwer selbst normale Einkaufstüten sein können.

Lena überlegt und schüttelt den Kopf.

„Weihnachten, um Danke zu sagen … gibt’s das noch …“

Sie überlegt.

… ob Weihnachten eher mit Haben-Wollen zu tun hat … oder mit Fliehen-Vor-Allem …

Sie weiß es nicht.

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14 Gedanken zu “Kerzenzeit ist immer … Der Weihnachtsmann hat bestimmt kein schönes Leben

  1. Ein empirischer Beweis, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt:
    Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber: Es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.
    Es gibt zwei Milliarden Kinder auf der Welt. Aber: Der Weihnachtsmann beliefert (scheinbar) keine Moslems, Hindus, Juden und Buddhisten. Also reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 Prozent der Gesamtzahl. Demnach sind das noch 378 Millionen Kinder (lt. Volkszählungsbüro). Bei durchschnittlicher Kinderzahl von dreieinhalb Kindern pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.
    Der Weihnachtsmann hat, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint), einen 31-Stunden-Weihnachtstag (bedingt durch verschiedene Zeitzonen). Das macht 822,6 Besuche pro Sekunde. Für jeden christlichen Haushalt bleibt eine Besuchs- und Bescherungszeit von 1/1000 (eine Tausendstel) Sekunde. Das beinhaltet: Parken, aus dem Schlitten springen, Schornstein runterklettern, Socken füllen, Geschenke unter Weihnachtsbaum verteilen, übriggebliebene Reste des Weihnachtsessens vertilgen, Schornstein raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, jeder dieser 91,8 Millionen Stops sind gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt. Es gibt überall auf der Erde Christen (Sogar in Deutschland und Kamtschatka). Unter diesen Voraussetzungen muß der Weihnachtsmann eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen Kilometern zurücklegen. Nicht mitgerechnet ist die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muß. Also müßte der Schlitten mit 1040 km pro Sekunde fliegen. Das entspricht der 3000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 Kilometern pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft kaum 24 Kilometer pro Stunde.
    Die Ladung des Schlittens birgt einen weiteren interessanten Aspekt. Wenn jedes Kind nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa ein Kilo) bekommt, hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen. Den Weihnachtsmann, übereinstimmend als übergewichtig beschrieben, nicht eingerechnet. Ein gewöhnliches Rentier kann aber nicht mehr als 175 Kilogramm ziehen. Selbst bei der Annahme, ein fliegendes Rentier könne das zehnfache ziehen, genügten nicht einmal sechs oder acht Rentiere. Man bräuchte 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht – den Schlitten selbst nicht eingerechnet – auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht der Queen Elisabeth.
    410400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt ungeheuren Luftwiderstand. Dadurch werden die Tiere aufgeheizt, wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muß dadurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren.
    Pro Sekunde.
    Jedes.
    Das würde bedeuten, dass sie praktisch augenblicklich in Flammen aufgingen. Das folgende Paar wird dem Luftwiderstand preisgegeben und augenblicklich eingefroren. Das gesamte Gespann wird innerhalb von fünftausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17500fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein durchschnittlicher bierbäuchiger Mann würde so an das Ende seines Schlittens genagelt – mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.
    Damit kommen wir zu dem Schluß: Wenn der Weihnachtsmann irgendwann ein-
    mal so die Geschenke gebracht haben sollte, ist er heute tot. Damit ist bewiesen
    dass es ihn nicht gibt!

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