Kerzenzeit ist immer … Montagsgedanken, Dienstagsgedanken, Mittwochsgedanken …

„Leb nicht so in den Tag hinein, das hat ihre Tante gesagt. Planen, strukturieren, sich Ziele setzen, das sind die Zauberkräfte, die dich vorwärts bringen.“

Lena und Chantal wollen es wissen, was genau dran ist dabei, was ihre Tante gemeint haben könnte. Es ist nämlich nicht alles gut von früher und mit festen Strukturen kann man auch in Teufels Keller kommen. Ausgetretene Wege,das wissen sie von ihren Wanderungen, sind oftmals voller Schlaglöcher. Lena und Chantal nehmen deshalb längs nicht mehr alles für bare Münze, nur weil es von älteren, gestandenen Persönlichkeiten kommt.

Mit Bleistift und Notitzbuch ausgestattet wollen sie sich am Nachmittag treffen. Wochenplanung von A bis Z steht auf ihrer Agenda. Doch nicht das, was gemacht werden muss, soll in die gewinnbringende Reihenfolge gebracht werden. Sie wollen Wochentagsgedanken herauskristallisieren. Ob es zum Beispiel Montagsgedanken gibt, die standardmässig betrachtet werden können … ob es Wochentagsgedanken gibt, die die Tendenz haben, aus der Reihe zu tanzen … kann auch sein, dass sie selbst jeden Freitag von gleichen Grundgedanken in ihrer Tagesgestaltung dirigiert werden. Lena und Chantal wollen es schriftlich herausfinden. Neben den Gedanken gibt es in ihrem Notizbuch eine Spalte für Enttäuschungen und auf der anderen Seite eine Spalte für Sehnsüchte.

Sie erzählen Erna und Elisabeth von ihren Planungsideen.

„Die ganze Planerei. Was bringt das schon. Wenn man nicht aufpasst, bleibt man auf der Strecke.“

„Elisabeth … hättet ihr das hier nicht so gut gemanagt … möchte doch behaupten, dass man es sonst nicht so weit schafft. Ein schönes Leben braucht nun mal Planung.“

„Ja … man arbeitet von Morgens bis Abends und wieder von Morgens bis Abends … und ehe man sich versieht, sind die schönen Jahre vorbei.“

„Man plant schon. Eigentlich ist man nur am Planen. Das ganze Jahr über. Man plant den Haushalt, damit alles rund läuft, plant den Urlaub … dann ist wieder Weihnachten. Die Geburtstage kommen auch noch … Man bleibt dran.“

„Freud und Leid wie im Hamsterrad …“

„Montagsgedanken … sind das Gedanken von Hoffnung und Befreiung?“

„Du meinst, weil man etwas Neues schwungvoll beginnt oder etwas Angefangenes nach einer Pause mit Elan wieder aufgreift kann?“

Gefühle herausfinden, die mit Wochentagen verbunden sind, das scheint gar nicht so einfach zu sein. Wochenendstimmung, diese Gefühlswelt ist ihnen geläufig. Und aus eigener Erfahrung kennen sie das mulmige Gefühl, wenn sie dementsprechend nichts geplant haben. Dann schleicht sich diese bedrückende Verlassenheit ein. Alle treffen sich, alle unternehmen was und man selbst fühlt sich daneben.

„Dienstagsgedanken … Lena, was sollen wir hinschreiben? Was wir zu tun haben, das ist einfach, das steht schon da. … Welche Gedanken und Gefühle treiben den Dienstag an …?“

„Nimm zuerst die Mittwochsgedanken. Der Mittwoch teilt die Woche. Bei dem Gedanken kann man sich auf eine Pause im Park freuen oder einen kleinen Spaziergang. Vorfreude beflügelt. In die Spalte bei den Mittwochsgedanken könnten wir etwas hinsetzen, was Anlauf, Schwung gebraucht …“

„Die Freitagsgedanken … hier etwas planen, was abrundet? Also am Freitag die letzte  Naht am Pullover nähen, damit er am Wochenende getragen werden kann, meinst du es so?“

„Etwas Angefangenes zu Ende führen, abschliessen? …  Damit man zufrieden in den Samstag geht?“

„Etwas zu Ende bringen macht frei … Sonntag. Am Sonntag frei haben von allem, tolles Gefühl.“

„Wochengedanken zu planen scheint ganz sinnvoll zu sein, wenn man am freien Sonntag ankommt … wie oft war früher der Sonntag fast ein Hauptarbeitstag für die Frauen …“, bemerkt Erna.

Planungen haben viele Gesichter. Spannend, je länger sie sich damit beschäftigen.

„Empfindungen, Wünsche, Träumen planen mit und gehören mit in den Wochenplan“, meinen Lena und Chantal.

 

4 Gedanken zu “Kerzenzeit ist immer … Montagsgedanken, Dienstagsgedanken, Mittwochsgedanken …

    1. Lieber Lu, herzlichen Dank. Montagabend ist es schon wieder. Manchmal gebrauchen anstrengende Tage Auslaufzeiten vergleichbar mit längeren Bremswegen bei höheren Geschwindigkeiten. Dann könnte man sich den ganzen Tag ausruhen und gleichzeitig blubbert der Motor weiter, bis er langsam verklingt und der gewohnte Alltag zurückkehrt.
      Manchmal gehört der Montag zum Wochenende, auch wenn kein Feiertag ist. War der Sonntag kein Ruhetag, holt sich der Körper anderweitig seine Ruhezeit.
      Herzliche Grüße, Inge

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s